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Pädagogischen Therapie

Themen

Zielgruppe der pädagogischen Therapie sind Kinder und Jugendliche sowie Erwachsene mit…

Eine sogenannte Teilleistungsschwäche liegt vor. Beim Lesen und Schreiben entwickelt sich eine ‚typische’ Fehlersymptomatik. Hat ein Kind besondere Schwierigkeiten beim Erlernen des Lesens und des Rechtschreibens empfiehlt sich die Überprüfung der genannten Bereiche:

  • Gestörte Aufmerksamkeit im Umgang mit Symbolen
  • Differenzierte Sinneswahrnehmungen
  • ‚Typische’ Fehlersymptomatik

Je früher ein gezieltes Training erfolgt, um so größer sind die Erfolgsaussichten!

Begriff

Die Abkürzung LRS (Lese-Rechtschreibschwäche) wird im allgemeinen Sprachgebrauch als Oberbegriff für verschiedene Arten von Lese- und Schreibproblemen verwendet. Die aus dem griechischen stammende Bezeichnung Legasthenie steht für eine spezielle Form der Lese-Rechtschreibschwäche. In Fachkreisen wird sie auch spezielle LRS genannt. Kinder mit spezieller LRS sind zeitweise unaufmerksam, wenn es um Buchstaben und / oder Zahlen (Symbole) geht. Die Sinneswahrnehmungen sind differenziert, d.h. diese Kinder sehen und / oder hören ggf. anders als andere und haben unter Umständen Schwierigkeiten mit der Raum-Orientierung.

Ursachen

Lese-Rechtschreibschwäche ist keine neue Erscheinung. Die Erforschung des Phänomens geht zurück bis ins 19. Jahrhundert. Nach heutigem Kenntnisstand wird unterschieden zwischen

  • der hauptsächlich auf erbliche Anteile zurückzuführenden Legasthenie – auch spezielle LRS – , und
  • der vorübergehenden, durch äußere Faktoren bedingten Lese-Rechtschreibschwäche.

Treten Schwierigkeiten beim Erlernen des Lesens und Schreibens auf, kann das viele Gründe haben. Im Einzelfall ist eine sorgfältige Prüfung zahlreicher Faktoren aus dem Umfeld des betroffenen Kindes erforderlich. Ereignisse im schulischen Umfeld wie Lehrerwechsel, Lehrmethode oder im familiären Umfeld, z.B. Scheidung, Streit in der Familie, könnten Ursache für Lese- und Schreibprobleme sein. Ganz wesentlich ist es auszuschließen, dass beim betroffenen Kind eine generelle Minderbegabung vorliegt oder physische Beeinträchtigungen gegeben sind wie z.B. Schwerhörigkeit oder Sehschwäche. Häufig kommen mehrere ganz individuelle Faktoren als Ursachenbündel zusammen.

Es gibt nicht d i e Ursache – es gibt nicht d i e Lese-Rechtschreibschwäche!

Diagnose

Grundlage für den individuellen Trainingsplan ist eine aussagefähige Diagnose. Ein Bestandteil der Diagnose im Lernlift ist der AFS-Computertest, ein pädagogisches Testverfahren zur Feststellung einer eventuell vorliegenden Legasthenie. Im Lernlift wird mit den betroffenen Kindern der AFS-Computertest durchgeführt, um deren individuelle Stärken und Schwächen in den Bereichen zu ermitteln, die beim Erlernen des Lesens und Schreibens eine entscheidende Rolle spielen:

  • Aufmerksamkeit
  • Wahrnehmungs-Funktionen:

– OPTIK (Differenzierung, Gedächtnis, Serialität)

– AKUSTIK (Differenzierung, Gedächtnis, Serialität),

– RAUMLAGE (Orientierung, Körperschema)

Gleichzeitig wird die spezifische FEHLER-SYMPTOMATIK des Kindes erfasst. Je nach Fall und Situation kommen ergänzende wissenschaftlich anerkannte Testverfahren zum Einsatz. In Absprache mit Eltern wird auf vorhandene Gutachten und Testergebnisse zurückgegriffen. Bei Bedarf und in Absprache wird der Kontakt zu Lehrern, betreuenden Ärzten und /oder Psychologen gesucht.

Trainings-Konzept

Der Trainingsplan orientiert sich am Stärken-Schwächen Profil des betroffenen Kindes und berücksichtigt bewährte Therapie-Ansätze. Je nach Einzelfall und Situation werden Übungen und das methodische Vorgehen für das Kind abgestimmt, z.B.

  • Übungen zur Steigerung der Aufmerksamkeit,
  • Schulung der Sinnes-Wahrnehmungen
  • (Optik, Akustik, Raumlage s.o.) mit und ohne Symbole,
  • Training der phonologischen Bewusstheit,
  • Arbeit auf Morphembasis und rhythmisches Syllabieren,
  • Merkwortkartei und Lernstrategien,
  • gezielte Leseförderung gestützt durch spezielle Leseschablone
  • … Ergänzungen durch neue Erkenntnisse aus Wissenschaft und Forschung

Durch die methodische Vielfalt wird ein Lernen mit möglichst vielen Sinnen begünstigt. So werden z.B. unterschiedliche Materialien eingesetzt wie Knete, Sand, 3dimensionale Buchstaben usw., die das Begreifen bzw. Erfassen im wahrsten Sinne des Wortes ermöglichen. Weiterer Bestandteil des Trainings ist die Arbeit mit therapeutischer Lernsoftware speziell für Kinder mit LRS sowie Lernsoftware für das Symptomtraining. Zu Beginn der Arbeit stehen die Stärken des Kindes im Vordergrund. Erfolgserlebnisse stärken das Selbstbewusstsein und erhöhen die Motivation für den Lernprozess. Das Training ist ein dynamischer Prozess, der kontrolliert und neuen Gegebenheiten angepasst werden muss. Dabei ist die kontinuierliche Zusammenarbeit mit Eltern, Schule und anderen externen Fachstellen hilfreich.